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Neuigkeiten
Bestrittener Reformer – Neuer Band über den Begründer des modernen Bayern
Montgelas-Denkmal am Münchner Promenadenplatz
Sogar Denkmäler haben's schwer: Als 2005 das große Aluminiumstandbild von Maximilian von Montgelas auf dem Münchner Promenadenplatz aufgestellt wurde, gab es große Unstimmigkeiten über die Blickrichtung des Monuments: parallel zu den beiden anderen Statuen in nächster Nähe, rechtwinklig oder ein wenig schräg in Richtung Frauenkirche …
Herausgeber und Verleger überreichen Staatsminister a.D. Faltlhauser den neuen Band
Bis heute sind die Perspektiven, unter der Montgelas’ Reformwerk betrachtet werden, vielschichtig: Hochgelobt als Schöpfer des modernen Bayern von den einen, geschmäht als Kirchenräuber und Kulturzerstörer von den anderen. Als Prof. Dr. Hans-Michael Körner vom Münchner Historicum vor vier Jahren zum Kolloquium »Montgelas 2005« einlud, diskutierten 600 Teilnehmer über den Stellenwert der Montgelas’schen Reformen aus der Sicht der Reformpolitik der damaligen Bayerischen Staatsregierung.
Prof. Dr. Hans-Michael Körner und Staatsminister a.D. Kurt Faltlhauser
Die Ergebnisse der Tagung wurden nun in dem Sammelband »Montgelas zwischen Wissenschaft und Politik. Krisendiagnostik, Modernisierungsbedarf und Reformpolitik in der Ära Montgelas und am Beginn des 21. Jahrhunderts« zusammengefasst und bei schönstem herbstlichen Sonnenschein am Fuße der umstrittenen Statue dem ehemaligen bayerischen Finanzminister Dr. Kurt Faltlhauser überreicht. Faltlhauser lobte die ungewöhnlich gelungene Konzeption des Bandes, jedem historischen Aufsatz den aktuellen Standpunkt eines Experten aus Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Publizistik gegenüberzustellen.
Die Herausgeber Katharina Weigand und Jörg Zedler
So wird Hermann Rumschöttels Beitrag über »Revolution, Reform und Modernisierung im napoleonischen Europa« von Karl Fürst zu Schwarzenbergs Ansichten über »Revolution, Reform und Modernisierung in Osteuropa nach 1989« flankiert und Bundesfinanzminister a.D. Theo Waigel stellt Walther Demels »Bayerischen Reformstrategien um 1800« seine »Anmerkungen zu Reformstrategien der Gegenwart« gegenüber.
Diskussion der Ergebnisse des Kolloquiums
Im Montgelas-Palais des Bayerischen Hofes stellten sich die Herausgeber des Bandes, Katharina Weigand und Jörg Zedler, im Rahmen einer kleinen Feierstunde den Fragen der anwesenden Pressevertreter. Gemeinsam mit Dr. Faltlhauser und einigen anwesenden Mitautoren konnten auch einige thematisch tiefer gehende Aspekte des Bandes besprochen Werden. So stellte Prof. Körner fest, dass erst Montgelas viele Bereiche des öffentlichen Lebens, die heute unhinterfragt in staatlicher Hand liegen, als staatliche Aufgaben definiert hatte: Schulbildung und Verteidigung beispielsweise waren jahrhundertelang privat organisiert. Erst Montgelas hat diese zentralen Aufgaben dem Staat zugeschrieben.
Maximilian von Montgelas im Profil
Am Ende zeigte man sich überzeugt, dass die Diskussion um Leben und Werk Montgelas’ auch mit Veröffentlichung des neuen Bandes nicht beendet sei und wies mit Blick auf den Streit um Form, Gestaltung und Aufstellung der Statue noch auf zahlreiche offene Fragen über den großen Reformer hin.
Leseprobe »Montgelas zwischen Wissenschaft und Politik« als PDF zum Download
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