Herbert Utz Verlag

Ein Buch macht Furore: Die Fernstraßen der Römer in Bayern

»Ihr habt den ganzen Erdkreis vermessen, Flüsse mit Brücken überspannt und Berge durchstochen um Fahrwege anzulegen, in menschenleeren Gegenden Poststationen eingerichtet und überall eine kultivierte und geordnete Lebensweise eingeführt.« (Aelius Aristides: Lobrede auf Rom)

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Anlässlich eines Empfangs des Peutinger Collegiums im Dezember 2007 erhielt SKKH Dr. Otto von Habsburg vom Autor Dr. Hans Bauer ein Exemplar des Buches überreicht.

»Fast ein halbes Jahrtausend unterstand das Gebiet des heutigen Bayern südlich der Donau dem Ordnungswillen der kaiserlichen Machthaber in Rom« Dass dieser »Ordnungswille« nicht nur in den Palästen und Regierungszentralen Roms verblieb, sondern auch in den Provinzen umgesetzt wurde, bedurfte es eines komplexen Infrastruktursystems.»Kürzeste Verbindung, Knotenpunkt und Flussübergang« waren Kriterien, nach denen die Römer ihre Straßen anlegten und pflegten.

peutinger world mapErhaltene zeitgenössische Quellen, das Itinerarium Antonini und die Tabula Peutingeriana, liefern zwar eine Aufstellung bzw. Abbildung der römischen Straßen, wie bei alten Schriftträgern aber üblich, müssen diese interpretiert werden, eine Praxis, die zumeist zu widersprüchlichen Forschungsergebnissen führt.

In dem in unserem Hause erschienenen Band Die römischen Fernstraßen zwischen Iller und Salzach nach dem Itinerarium Antonini und der Tabula Peutingeriana führt der Historiker Hans Bauer unter dem Motto »Ad Fontes – zurück an die Quellen« eine gründliche Revision der bisherigen Forschungsergebnisse durch, die auch Hans Kratzer bei der Süddeutschen Zeitung überzeugte: »Bauer gelingt der Nachweis, dass das bisher von der Forschung weitgehend favorisierte römische Straßenbild erhebliche Fehlinterpretationen enthält und deshalb neu justiert werden muss.«

»Spannende Züge wie ein Krimi« bescheinigt die Kritik weiterhin Hans Bauers Werk. So zeigt sich, dass historisches Quellenstudium insbesondere Kreativität und Innovationsvermögen voraussetzt. Dadurch gelingen immer wieder Darstellungen, die folgendes Prädikat enthalten: »Wer den Überblick sucht und sich dem Thema generell nähern will, wird an Bauers Untersuchung künftig nicht vorbeikommen.« (SZ vom 30.11.2007)