utzverlag

Werner Nehls: Bauhaus und Marxismus

Werner Nehls

Bauhaus und Marxismus

Als Universitäten, Hochschulen und Akademien die „Arbeiteruniversität“ »Bauhaus« in der Nachkriegszeit übernahmen, verlegten sie sich auf das bloße Kopieren der Formen, ohne die Inhalte ausreichend zu hinterfragen und die Folgen zu bedenken. Weiterhin klammert man sich an diesen Ast, wohl ahnend, dass mit dessen Bruch ein Fall ins Bodelose droht.
Mittlerweile befinden sich Architekten und Baukultur voll in der von wenigen Kritikern vorausgesagten Krise. Allgemeine Rat- und Orientierungslosigkeit oder Trotzhaltungen herrschen. Nun rächt sich die lange stereotype Mimesis, das Abwehren alternativer Planer sowie die verklärende Bauhaus-Geschichtsschreibung. Die von Architekturtheoretikern seit Jahrzehnten angekündigten „Vervollkommnungen“ oder „Läuterungen“ der Moderne blieben „Münchhausiaden“, Versuche, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, vor allem der bisher unterbelichteten oder verfälschten politischen Seite des Bauhauses nachzugehen. Dabei zeigt sich, dass der sowjetische Proletkult fast gänzlich zum Vorbild der Avantgarde und Bauhausleiter wurde. Dadurch, dass man diesen weitgehend aus den Baugeschichten kippte, ging unter, wie seine marxistisch-sozialistische Grundlage in die Architektur der Moderne einfloss.
Abgesehen davon, dass sich die „Wohnmaschinen“ als gigantische „Kapitalvernichtungsmaschinen“ entpuppten, repräsentieren sie somit keine demokratischen Ideale und Werte. Die Postmoderne hat teilweise begonnen, die Fehlentwicklungen und Anachronismen zu korrigieren. Die „Ewigkeit“ der katastrophalen Moderne ist schon länger um!

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 278 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4032-4
    Erschienen: 06.04.2011

    45,00 € (Preisbindung aufgehoben)

    In den Warenkorb

Auszüge aus Rezensionen

  • In der Arbeit wird versucht, vor allem der bisher unterbelichteten oder verfälschten politischen Seite des Bauhauses nachzugehen. Dabei zeigt sich, dass der sowjetische Proletkult fast gänzlich zum Vorbild der Avantgarde und Bauhausleiter wurde. Dadurch, dass man diesen weitgehend aus den Baugeschichten kippte, ging unter, wie seine marxistisch-sozialistische Grundlage in die Architektur der Moderne einfloss. Abgesehen davon, dass sich die Wohnmaschinen als gigantische Kapitalvernichtungsmaschinen entpuppten, repräsentieren sie somit keine demokratischen Ideale und Werte. Die Postmoderne hat teilweise begonnen, die Fehlentwicklungen und Anachronismen zu korrigieren.

    Fraunhofer IRB (01.09.2011)

Ähnliche Bücher

  • Christoph Hemberger: Erwerb kognitiver und methodischer Handlungskompetenzen zur Bearbeitung komplexer Planungsprobleme

    Christoph Hemberger

    Erwerb kognitiver und methodischer Handlungskompetenzen zur Bearbeitung komplexer Planungsprobleme

    Verantwortliche in unterschiedlichen Berufsfeldern sehen sich vermehrt komplexen und multidisziplinären Aufgabenstellungen gegenüber, für die es keine Routinelösungen gibt. Wie lassen sich dabei typische Denkfehler vermeiden? Ist das Problem vielleicht ein ganz anderes als zunächst angenommen? Wie können Maßnahmen entwickelt werden, die Probleme tatsächlich an der...

  • Michael H. Faber, Ton Vrouwenvelder, Konrad Zilch (Hrsg.): Aspects of Structural Reliability

    Michael H. Faber, Ton Vrouwenvelder, Konrad Zilch (Hrsg.)

    Aspects of Structural Reliability

    These are the proceedings of a symposium held in Munich on November 24, 2006 dedicated to Prof. Dr.-Ing. habil. Rüdiger Rackwitz, the recently retired head of the Reliability Theory Group of the Institute for Materials and Construction at the Technical University Munich, on the occasion...

  • Werner Nehls: Kritische Architekturtheorie

    Werner Nehls

    Kritische Architekturtheorie

    Die Fachbeiträge aus den Jahren 1965–2005 sollen dokumentieren, dass es in der BRD durchaus frühe Kritik an der Architektur-Moderne gab. So wurde deren Ende 12 Jahre vor Charles Jencks erkannt. Aus Leserbriefen und Reaktionen von Alt- und Postfunktionalisten geht hervor, wie wenig sie die vorwiegend...