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Erik Margraf: Die Hochzeitspredigt der Frühen Neuzeit

Erik Margraf

Die Hochzeitspredigt der Frühen Neuzeit

Mit einer Bibliographie der selbstständig erschienenen Hochzeitspredigtdrucke der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und der Universitätsbibliothek Augsburg

Ehe, Familie und das Zusammenleben der Geschlechter sind nicht erst im 20. Jahrhundert zu gesellschaftlichen Streitfragen avanciert. Schon an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit fochten Humanisten, Theologen, Schulmeister und Schriftsteller in Flugschriften, Kanzelreden und auf den Theaterbühnen wortgewaltig um konkurrierende Auffassungen vom Ehe- und Familienleben. In der Reformationszeit setzte sich auch die kirchliche Trauung durch und mit ihr entstand die Hochzeitspredigt. Die vorliegende Arbeit erweitert den Blick auf den frühneuzeitlichen Ehediskurs, denn der Autor erschließt und erforscht darin erstmals ein repräsentatives Korpus von über 200 Hochzeitspredigtdrucken. Er ermittelt die große Bandbreite von Textfunktionen dieser Gattung deutschsprachigen Gelegenheitsschrifttums und zeigt in einer kulturgeschichtlichen Diskursanalyse auf, wie die Hochzeitspredigt von Beginn an zur Propagierung der evangelischen »Kulturrevolution« eingesetzt wurde. Eine ausführliche Bibliographie rundet das umfangreiche Werk ab.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

Leseprobe (pdf)

  • broschiert: 668 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-0669-6
    Erschienen: 15.02.2007

    88,00 € (Preisbindung aufgehoben)

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Auszüge aus Rezensionen

  • Den besonderen Quellenwert der Hochzeitspredigten, zumal der pro-testantischen, hat die Forschung schon lange erkannt. Nur über das Exemplarische ist man kaum hinaus gekommen, fehlte es doch an einschlägigen Hilfsmitteln. Ein solches liegt nun mit dem ausführlichen Katalogteil von Margrafs Studie vor. […] Die Materialbasis ist beeindruckend: Mehr als zweihundert einzelne Predigtdrucke aus den Beständen in Augsburg und Wolfenbüttel hat der Margraf sich in dreierlei Weise, quellen-kritisch, textlinguistisch und buchgeschichtlich, zu beschreiben sowie diskursanalytisch zu untersuchen vorgenommen.

    Schweizerischen Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte (Dezember 2008)

  • Mit der vorliegenden Studie wird ein Standardwerk zur Gattung "Hochzeitspredigt" vorgelegt, das viele Aspekte des frühneuzeitlichen Eheverständnisses berührt, neue Erkenntnisse präsentiert und mit dem gewählten methodischen Zugang als "kulturgeschichtliche Diskursanalyse" auch den vielfältigen Dimensionen des Themas gerecht wird, indem historische, theologische, buch- und mediengeschichtliche sowie juristische und sozialgeschichtliche Perspektiven miteinander verbunden werden.

    Archiv für Reformationsgeschichte, Beiheft Literaturbericht (Jahrgang 37, 2008)

  • Die vorliegende Arbeit ist aus zwei Gründen für germanistische Literatur-und Sprachwissenschaftler zu empfehlen. Es ist ein Verdienst, dass sie ein großes Korpus aufschließt, welches für das 16.Jahrhundert in einem überschaubaren Diskursausschnitt die theologisch, kulturell und gesellschaftlich relevanten Themen im »Zeitalter der Konfessionalisierung« verhandelt. Zum anderen dokumentiert die Studie die Art und Weise des Umgangs der Geschichtswissenschaften mit seriellen Korpora (in der Frühen Neuzeit), aus deren Perspektive die Hochzeitspredigten Quelle und Spiegel sind für mentalitäts- und religionsgeschichtliche Entwicklungen im 16. und 17.Jahrhundert, die das (bürger-liche) Eheverständnis bis in die Gegenwart hinein prägen.

    Arbitrium 28 Heft 1 (10/2010)

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