utzverlag

Irene Götz, Birgit Huber, Piritta Kleiner (Hrsg.): Arbeit in neuen Zeiten

Irene Götz, Birgit Huber, Piritta Kleiner (Hrsg.)

Arbeit in neuen Zeiten

Ethnografien zu Ein- und Aufbrüchen

Ziel eines Forschungsprojektes über postfordistische Arbeits- und Lebenswelten war es, Aspekte einer Subjektivierung, Flexibilisierung und Entgrenzung von Arbeit und Leben unter besonderem Fokus auf die Akteursperspektiven auszuleuchten. In den 12 Fallstudien dieses Bandes spüren die Ethnografinnen und Ethnografen den subjektiven Erfahrungs- und Bearbeitungsformen von sich wandelnden Berufsbildern, Tätigkeitsprofilen und (Geschlechter-)Rollen einer Arbeitswelt nach, die sich gegenwärtig radikal transfomiert. Sie führten Interviews und teilnehmende Beobachtungen in unterschiedlichen Feldern durch – in Agenturen und Arbeitsgemeinschaften, Büros und Betrieben, in sozialen Einrichtungen des ersten und so genannten »zweiten Arbeitsmarktes« –, in denen diese Transformationen besonders spürbar sind.
So entstanden »Ethnografien und Reportagen zu Ein- und Aufbrüchen« - ethnografierte Episoden, erzählte Lebensgeschichten und aus der Innensicht erfahrenene Szenarien. Sie machen deutlich, wie betriebliche Umstrukturierungen sowie eine zunehmende Ökonomisierung und Prekarisierung der Verhältnisse weit über das rein Geschäftliche hinaus in das häusliche Privat- und Familienleben hinein reichen. Die Mikroanalyse der Lebenswelten erfasst teils Transformationen, die »vor Ort« unmittelbar als Folge einer neoliberal gewendeten Arbeitsmarktpolitik des aktivierenden Sozialstaates spürbar werden. Teils sind sie aber auch Folge generellerer globaler Krisen.
Was die aktuelle Finanzmarktkrise, aber auch Rationalisierungen in Folge von Globalisierungsprozessen für unterschiedliche Arbeitskräfte konkret bedeuten, wird in diesen Fallstudien ausgeleuchtet. Sie zeigen überdies: Ob subjektivierte Arbeitsverhältnisse z.B. als prekär oder vielmehr als Zugewinn an Selbstbestimmung und Kreativität empfunden werden, wird entlang branchen-, milieu-, gender- und schichtspezifischer Linien ausgehandelt.

vollständige Rezension auf socialnet.de

Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie

  • broschiert: 212 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-0947-5
    Erschienen: 24.08.2010

    35,00 € (Preisbindung aufgehoben)

    In den Warenkorb
  • E-Book: 212 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-0947-5
    Erschienen: 24.08.2010

    24,99 € (Preisbindung aufgehoben)

    Bei Ciando kaufen

Über die Autoren

Mit Beiträgen von Irene Götz, Birgit Huber, Stefanie Seidl, Olga Reznikova, Manuela Höllmüller, Julia Grohs, Anzhela Grigorova, Petra Schweiger, Thomas J. Heid, Sarah Braun, Kathrin Resch, Petra Schmidt, Magdalena Maria Dobrzynska, Arnold Tiberiu Tolnai

Auszüge aus Rezensionen

  • Durch die Fülle der Untersuchungsfelder wird ein breiter Blick in den Alltag deutscher Existenzen gewährt. Dieser Blick eröffnet Deutungen, die sowohl kritische als auch auch wohlwollende Betrachtungen arbeits- und lebensweltlicher Transformation ermöglichen. Damit hilft sie, eine verstehende Perspektive hinsichtlich des Agierens in einer sich wandelnden Gesellschaft einzunehmen.

    socialnet.de (29.12.2010)

  • […] In der Gesamtschau bieten die zwölf Beiträge erste, eher ethnographisch-dokumentarische Stichproben bis hin zu umfassenderen empirisch-kulturwissenschaftlichen Analysen vor allem ambivalenter Prozesse der Subjektivierung diverser Erwerbsarbeitsfelder. Nicht zuletzt wegen der kosequent durchgehaltenen akteursorientierten Forschungsperspektive auf die mikrokulturellen subjektiven Ver- und Bearbeitungsformen des makrogesellschaftlichen Wandels verdeutlicht auch dieser Band das Potenzial, die Aktualität und Relevanz einer volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Erforschung von Arbeit.

    Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (2012)

Ähnliche Bücher

  • Leonie Meltzer: „Wir wollten den Wahnsinn ausstellen!“

    Leonie Meltzer

    „Wir wollten den Wahnsinn ausstellen!“

    Was soll das denn? Eine Uhr, die rückwärts läuft, „ein Qu adratmeter Freistaat Bayern“ als Handtuch, eine bayerische Ehrenweißwurst als Auszeichnung, T-Shirts mit Bekenntnissen, wie „Ich bin gegen alles“ oder „Ich ertrage nur das Glück“ oder ein Globus, der allein Bayern zeigt.

  • Dominik Speidel: Imaginierte (Vor-)Sorge

    Dominik Speidel

    Imaginierte (Vor-)Sorge

    Die Versicherungsbranche verdient ihr Geld mit der Zukunft. Ohne das Kommende, das immer kontingent ist und sich durch Ungewissheit auszeichnet, wäre ihr Nutzen obsolet. Es ist deshalb gerade die Unsicherheit der individuellen Lebensverläufe, auf dem das Geschäftsmodell der Versicherungswirtschaft basiert.

  • Lisa Maile: Tiny House Movement

    Lisa Maile

    Tiny House Movement

    Wohnen auf wenigen Quadratmetern? Für die meisten Menschen unvorstellbar. Die AkteurInnen des Tiny House Movement jedoch verschreiben sich bewusst dieser alternativen Wohnform. Das Leben im Mikro-Haus bezieht sich dabei nicht nur auf einen Wohnort, sondern offenbart auch einen neuen kulturellen Habitus, der sich an Nachhaltigkeit...

  • Marcia Rebay: „Klar sind wir anders, aber was macht das schon für einen Unterschied!?“

    Marcia Rebay

    „Klar sind wir anders, aber was macht das schon für einen Unterschied!?“

    Heutzutage gilt München als eine der „Regenbogenhauptstädte“ Deutschlands. Vielfalt und Offenheit werden von der Stadt selbst sowie von der Mehrheit ihrer Bewohner*innen großgeschrieben. Wie aber wurde und wird dieses Stadtimage von jenen wahrgenommen, die ihre sexuellen Identitäten und Selbstbilder jenseits heteronormativer Lebensentwürfe herausbilde(t)en? Vor dem...