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Carina de Jonge: Geschichten der Geschichtslosigkeit

Carina de Jonge

Geschichten der Geschichtslosigkeit

Zur diskontinuierlichen Geschichtsauffassung in den historischen Romanen Hermann Kestens

In seinen beiden historischen Romanen, Ferdinand und Isabella und König Philipp der Zweite, setzt sich Hermann Kesten in einmaliger Weise mit der spanischen Geschichte der frühen Neuzeit auseinander. Geschichtsreflexion wird dabei zum Mittel einer Einordnung gegenwärtiger Ereignisse. In Kestens zwischen 1934 und 1938 im Exil entstandenen Geschichtsromanen vermag sie sogar, künftige Ereignisse zu antizipieren. Mit seiner detaillierten Darstellung der Vertreibung der spanischen Juden zum Beispiel nimmt Kesten auf unheimliche Weise den späteren Massenmord an sechs Millionen europäischen Juden vorweg.
Als Zeugnisse einer biographischen wie schöpferischen Umbruchszeit bilden Kestens historische Romane einen geeigneten Ausgangspunkt für die intensive Auseinandersetzung mit dem literarischen Werk des Autors, Verlegers und Essayisten Kesten. Abgesehen davon wirft die Beschäftigung mit Kestens Geschichtsromanen auch ein neues Licht auf eine für die deutschsprachige Literatur außerordentlich fruchtbare Phase der Auseinandersetzung mit historischen Stoffen.
Mithilfe einer Kombination von Motiv-, Quellen- und Erzählforschung zeigt die vorliegende Arbeit, wie Kestens historische Romane die geschichtsphilosophischen Erkenntnisse ihrer Zeit aufgreifen, um eine präzise Standortbestimmung in der Gegenwart vorzunehmen. Auf diese Weise wird ein unverstellter Blick auf ein wichtiges Kapitel der Geschichte des deutschsprachigen historischen Romans möglich.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 240 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4213-7
    Erschienen: 26.10.2012

    37,00 € (Preisbindung aufgehoben)

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