utzverlag

Jana Koschel: »Smells like Teamspirit«

Jana Koschel

»Smells like Teamspirit«

Ethnologische Einblicke in die Kultur eines Coworking Space

Wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Arbeit versuchen mit Begriffen wie Subjektivierung, Entgrenzung und Prekarisierung die vielschichtigen und weitreichenden Transformationen der Arbeit zu fassen. Eine neue Form der Arbeitsorganisation ist das sogenannte Coworking. Es bedeutet seinem Wortlaut nach »gemeinsam arbeiten« und meint, dass sich Freiberufler und Selbstständige ein Büro teilen – einen sogenannten Coworking Space – um einen gemeinsamen Arbeitsort zu haben.
Diese Arbeit beschäftigt sich aus ethnographischer Sichtweise mit der neuen Arbeitsform des Coworking, mit der Bedeutung und den Praxen von Coworking in heutigen Arbeits- und Lebenswelten. Grundlegende Fragen sind: Wer nutzt Coworking Spaces? Welche Motive und Beweggründe haben Coworker für die Nutzung? Welche Konzepte und Vorstellungen von Arbeit und Leben haben Coworker? Werden subjektivierte Arbeitsbedingungen als prekär oder vielmehr als Zugewinn an Selbstbestimmung empfunden? Wie gestaltet sich das gemeinsame, alltägliche Arbeiten in den Räumlichkeiten? Durch welche sozialen Praktiken zeichnet sich Coworking aus? Welche Strategien entwickeln Coworker, um mit der »Arbeit in neuen Zeiten« zurecht zu kommen? Welche Auswirkungen hat Coworking auf spätmoderne Arbeits- und Lebenswelten? Diese Ethnographie versucht nicht, zu repräsentativen Ergebnissen zu kommen; vielmehr geht es darum, in einer Mikrostudie mittels qualitativer Vorgehensweise die Auswirkungen der sich wandelnden Arbeitswelt am Beispiel eines Coworking Space und die Sicht dessen Nutzer darzustellen. Dabei soll zu einem besseren Verständnis sozialer Wirklichkeiten beigetragen und auf Selbstverständlichkeiten, Handlungsformen und Deutungsmuster aufmerksam gemacht werden. Zur Beantwortung der Forschungsfragen dienen empirische Erkenntnisse aus teilnehmender Beobachtung und qualitativen Interviews sowie aus zahlreichen informellen Gesprächen, die einen verstehenden Zugang zu den komplexen Lebenszusammenhängen der Coworker ermöglichen.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 90 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4239-7
    Erschienen: 08.04.2014

    29,00 € (Preisbindung aufgehoben)

    In den Warenkorb

Ähnliche Bücher

  • Libuše Hannah Vepřek: Ludwigsfeld – (Un-)Gleichzeitigkeiten eines Münchner Viertels

    Libuše Hannah Vepřek

    Ludwigsfeld – (Un-)Gleichzeitigkeiten eines Münchner Viertels

    Jeder Raum hat seine (Un-)Gleichzeitigkeiten. Aber nicht an jedem drängen sich die verschiedenen Ebenen so sichtbar auf und werden zu einem Politikum wie in Ludwigsfeld. Das Stadtviertel im Münchner Norden, das heute in erster Linie Wohnraum darstellt, ist von der Gleichzeitigkeit ungleichzeitiger historischer Schichten geprägt.

  • Simone Egger, Johannes Moser (Hrsg.): The vulnerable middle class?

    Simone Egger, Johannes Moser (Hrsg.)

    The vulnerable middle class?

    This volume addresses the question of how the rapidly rising cost of living in prospering cities affects the everyday life and life plans of the middle class. Particularly the depths of focus of a cultural anthropological, ethnographic view of the lived everyday life of people...

  • Leonie Thal: Transformationen & Partnerschaft?

    Leonie Thal

    Transformationen & Partnerschaft?

    Seit Beginn der Nullerjahre erstarkt in Ägypten eine vielfältige freie Kunst- und Kulturszene, die mit neuen Stilrichtungen experimentiert und ein stetig wachsendes Publikum für sich gewinnen kann. Diese Künstler:innen werden häufig als treibende Kraft hinter den politischen Umbrüchen des »Arabischen Frühlings« gewertet.

  • Moritz Ege, Lukas Rödder, Julian Schmitzberger, Leonie Thal (Hrsg.): Die Popkultur und der Staat

    Moritz Ege, Lukas Rödder, Julian Schmitzberger, Leonie Thal (Hrsg.)

    Die Popkultur und der Staat

    Die Beiträge in diesem Band gehen dem Verhältnis von Popkultur und staatlichen Institutionen nach. Sie zeigen, inwiefern „Pop“ … … ein suventioniertes Kulturgut sein kann … als Instrument der auswärtigen Kulturpolitik fungiert … als Gefahrenquelle erscheint, die polizeilich unter Kontrolle gebracht werden soll …von zivilgesellschaftlichen...