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Susanne Greiter: Flucht und Vertreibung im Familiengedächtnis

Susanne Greiter

Flucht und Vertreibung im Familiengedächtnis

Geschichte und Narrativ

Die herausragende Leistung von Flucht und Vertreibung im Familiengedächtnis besteht ohne Zweifel darin, dass es in bemerkenswerter Weise gelungen ist, aus einer kaum noch überschaubaren, interdisziplinär ausgerichteten Forschung ein komplexes methodisches Instrumentarium aus Oral History, Generationenansatz und Erinnerungsgeschichte zu entwickeln und dies im Umgang mit 38 Interviewpartnern aus 18 Familien aus böhmischen Ländern, Schlesien, Pommern, Ostpreußen und Russland, deren Gemeinsamkeit der Bezug zur Region Ingolstadt ist, fruchtbar zu machen. Interessant und spannend zugleich ist die Anwendung von sozial- und kulturwissenschaftlichen Konzepten wie kulturelle Kodes, mental maps oder spatial turn in der Analyse der lebensgeschichtlichen Erzählungen.
Die durch Transkription der Interviews gewonnenen narrativen Texte bilden die Quellenbasis der Studie. Sie werden literturwissenschaftlich und historisch fundiert interpretiert und kontextualisiert. Das Erkenntnisinteresse richtet sich hierbei in Korrespondenz mit der kulturellen und kommunikativen Erinnerung sowie mit den verschiedenen »Opfergedächtnissen« auf bestimmte Muster intergenerationeller Verarbeitung der vielschichtigen Erfahrungen von Zwangsmigration um das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Zenral geht es auch um die Frage der Zukunft dieser Erinnerungen.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 350 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4292-2
    Erschienen: 18.03.2014

    42,00 € (Preisbindung aufgehoben)

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Über den Autor

Dr. Susanne Greiter ist freie Historikerin und lebt im Landkreis Eichstätt. Sie gehört zum Expertenpool des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) in Berlin.

Auszüge aus Rezensionen

  • [...] liefert G. aber wesentliche erste Erkenntnisse über binnenfamiliale Tradierung der Erfahrung der Zwangsmigration und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung gegenwärtiger deutscher Erinnerungsgeschicht.

    Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung (Heft 4, Jahrgang 64) (2015)

  • Am lesenswertesten sind Suanne Greiters Bemerkungen zur innerfamilialen Tradierung. [–] Was etwa über Loyalitätsbindungen und deren eventuelle Brüche gesagt wird, ist interessant und innovativ.

    Bohemia Band 56 (2016)

  • Detailreich schildert die Verfasserin die Suche nach geeigneten Interviewpartnern und die daraus resultierende Samplebildung - ein Aspekt, der in vielen Oral-History-Arbeiten leider oft zu kurz kommt. Die transparente Darstellung und Reflexion dieses Prozesses ist Greiter gelungen.

    sehepunkte (2/2016)

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