utzverlag

Alexandra Rau: Alltag Flaschensammeln

Alexandra Rau

Alltag Flaschensammeln

Ethnographie einer informellen Arbeitspraxis

Der mediale Diskurs zum Thema Flaschensammeln ist stark verknüpft mit Debatten um Prekarisierung und Exklusion, geringe Renten und Altersarmut. Die einen leben im Überfluss, die anderen leben vom Überfluss und verwerten den Müll der „Wegwerfgesellschaft“. Diese ethnographische Studie spürt der urbanen Schattenwirtschaft in all ihren Facetten nach und hinterfragt gängige Stereotype. Welche Motive verbergen sich hinter der stigmatisierenden Tätigkeit? Welche Rolle spielt der Körper im Ringen um gesellschaftliche Teilhabe? Welche Mechanismen regulieren das informelle Arbeitsfeld? Wie wird öffentlicher Raum innerhalb der „Flaschensammlerszene“ ausgehandelt und verteidigt? Wird die halb legale Arbeitspraxis staatlich geduldet oder gar gefördert? Wie wird das Sammeln von Pfandflaschen gesellschaftlich legitimiert? Alexandra Rau gibt einen Einblick in die Alltage von sammelnden Akteuren und Akteurinnen, beleuchtet Interaktionen mit deren Umfeld und analysiert die öffentliche Wahrnehmung des Flaschensammelns. Am Ende bleibt die Frage, wie lange diese informelle Arbeitspraxis im Schatten des „flexiblen Kapitalismus“ (noch) verweilen kann.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 130 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4323-3
    Erschienen: 09.03.2016

    29,00 €

    In den Warenkorb
  • Ebook (PDF): 130 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-7207-3
    Erschienen: 10.03.2016

    19,99 €

    Bei Ciando kaufen

Über die Autorin

Alexandra Rau M.A. studierte Europäische Ethnologie, Volkswirtschaftslehre und Psychologie in München und Stockholm. Vom Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München erhielt sie den Anerkennungspreis für herausragende Magisterarbeiten. Ihre Interessensgebiete liegen im Feld der Arbeits- und Prekarisierungsforschung, der Geschlechterstudien und feministischen Theorie sowie der Aging Studies. Seit 2013 forscht und lehrt Alexandra Rau am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Prekärer Ruhestand. Arbeit und Lebensführung von Frauen im Alter“ und promoviert zum Thema „Weibliche Altersarmut“.

Ähnliche Bücher

  • Leonie Meltzer: „Wir wollten den Wahnsinn ausstellen!“

    Leonie Meltzer

    „Wir wollten den Wahnsinn ausstellen!“

    Was soll das denn? Eine Uhr, die rückwärts läuft, „ein Qu adratmeter Freistaat Bayern“ als Handtuch, eine bayerische Ehrenweißwurst als Auszeichnung, T-Shirts mit Bekenntnissen, wie „Ich bin gegen alles“ oder „Ich ertrage nur das Glück“ oder ein Globus, der allein Bayern zeigt.

  • Dominik Speidel: Imaginierte (Vor-)Sorge

    Dominik Speidel

    Imaginierte (Vor-)Sorge

    Die Versicherungsbranche verdient ihr Geld mit der Zukunft. Ohne das Kommende, das immer kontingent ist und sich durch Ungewissheit auszeichnet, wäre ihr Nutzen obsolet. Es ist deshalb gerade die Unsicherheit der individuellen Lebensverläufe, auf dem das Geschäftsmodell der Versicherungswirtschaft basiert.

  • Lisa Maile: Tiny House Movement

    Lisa Maile

    Tiny House Movement

    Wohnen auf wenigen Quadratmetern? Für die meisten Menschen unvorstellbar. Die AkteurInnen des Tiny House Movement jedoch verschreiben sich bewusst dieser alternativen Wohnform. Das Leben im Mikro-Haus bezieht sich dabei nicht nur auf einen Wohnort, sondern offenbart auch einen neuen kulturellen Habitus, der sich an Nachhaltigkeit...

  • Marcia Rebay: „Klar sind wir anders, aber was macht das schon für einen Unterschied!?“

    Marcia Rebay

    „Klar sind wir anders, aber was macht das schon für einen Unterschied!?“

    Heutzutage gilt München als eine der „Regenbogenhauptstädte“ Deutschlands. Vielfalt und Offenheit werden von der Stadt selbst sowie von der Mehrheit ihrer Bewohner*innen großgeschrieben. Wie aber wurde und wird dieses Stadtimage von jenen wahrgenommen, die ihre sexuellen Identitäten und Selbstbilder jenseits heteronormativer Lebensentwürfe herausbilde(t)en? Vor dem...