utzverlag

Leonie Weiß: „Ich wollte halt ein Junge sein“

Leonie Weiß

„Ich wollte halt ein Junge sein“

Über den Umgang transidenter Personen mit Geschlechtlichkeit und die soziale Konstruktion der Transidentität

Warum fühlen wir uns als Frau? Warum fühlen wir uns als Mann? Warum haben wir das Gefühl, ein Geschlecht zu ‚sein‘? Wir nehmen es mit der Geburt an und in den meisten Fällen leben wir damit, ohne es weiter in Frage zu stellen. Somit bildet das Geschlecht eine der elementarsten Dimensionen unserer Identität. Doch was Geschlecht bedeutet und wie wirkmächtig die Kategorien sind, die wir dabei aufmachen, verstehen wir erst, wenn wir mit Personen sprechen, die sich nicht mit der ihnen zugeschriebenen Geschlechterrolle identifizieren können. Oft begleitet diese Personen das Gefühl, mit sich selbst nicht im Einklang zu sein. Das kann einen enormen Leidensdruck hervorrufen, der uns vor Augen führt, in welch engem Korsett wir uns bei der Aushandlung unserer Geschlechtsidentität bewegen. Wie gehen transidente Personen mit Geschlechtlichkeit um? Wie handeln sie ihre Geschlechtsidentität aus und wie positionieren sie sich zum binären Geschlechtersystem? Mithilfe ausführlicher ethnographischer Interviews werden in diesem Buch die vielfältigen Möglichkeiten geschlechtlichen Empfindens und die große Bandbreite geschlechtlicher Identifikation aufgezeigt.
Neben einer kurzen geschichtlichen Einordnung der Transidentität sowie der Darstellung ihrer institutionellen Rahmenbedingungen bietet die Arbeit eine Einführung in die kultur- und sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung und hinterfragt dabei die Praktiken der alltäglichen Produktion von Geschlecht. In diesem Zusammenhang spielen vor allem diskurstheoretische Überlegungen eine Rolle, die ihr Augenmerk auf die sprachliche Ebene von Geschlecht legen. Des Weiteren werden Gedanken zu einer mikrosoziologischen Phänomenologie des Leibes aufgegriffen, die die emotionale Erfahrung von Geschlechtlichkeit untersucht. Die vorliegende Arbeit versucht, transidentes Fühlen außerhalb binär-geschlechtlicher Erklärungsmuster zu verstehen, und Anregungen zu geben, die dichotome Geschlechterordnung grundlegend neu zu ünberdenken.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 134 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4635-7
    Erschienen: 14.06.2017

    29,00 €

    In den Warenkorb
  • Ebook (PDF): 132 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-7316-2
    Erschienen: 21.06.2017

    19,99 €

    Bei Ciando kaufen

Über den Autor

Leonie Weiß, M.A. studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Europäische Ethnologie, Ethnologie und Deutsch als Fremdsprache. Aus ihrer Magisterarbeit ist die vorliegende Publikation hervorgegangen. Derzeit in Leonie Weiß als redaktionelle Mitarbeiterin und Lektorin eines Online-Magazins tätig.

Ähnliche Bücher

  • Libuše Hannah Vepřek: Ludwigsfeld – (Un-)Gleichzeitigkeiten eines Münchner Viertels

    Libuše Hannah Vepřek

    Ludwigsfeld – (Un-)Gleichzeitigkeiten eines Münchner Viertels

    Jeder Raum hat seine (Un-)Gleichzeitigkeiten. Aber nicht an jedem drängen sich die verschiedenen Ebenen so sichtbar auf und werden zu einem Politikum wie in Ludwigsfeld. Das Stadtviertel im Münchner Norden, das heute in erster Linie Wohnraum darstellt, ist von der Gleichzeitigkeit ungleichzeitiger historischer Schichten geprägt.

  • Simone Egger, Johannes Moser (Hrsg.): The vulnerable middle class?

    Simone Egger, Johannes Moser (Hrsg.)

    The vulnerable middle class?

    This volume addresses the question of how the rapidly rising cost of living in prospering cities affects the everyday life and life plans of the middle class. Particularly the depths of focus of a cultural anthropological, ethnographic view of the lived everyday life of people...

  • Leonie Thal: Transformationen & Partnerschaft?

    Leonie Thal

    Transformationen & Partnerschaft?

    Seit Beginn der Nullerjahre erstarkt in Ägypten eine vielfältige freie Kunst- und Kulturszene, die mit neuen Stilrichtungen experimentiert und ein stetig wachsendes Publikum für sich gewinnen kann. Diese Künstler:innen werden häufig als treibende Kraft hinter den politischen Umbrüchen des »Arabischen Frühlings« gewertet.

  • Moritz Ege, Lukas Rödder, Julian Schmitzberger, Leonie Thal (Hrsg.): Die Popkultur und der Staat

    Moritz Ege, Lukas Rödder, Julian Schmitzberger, Leonie Thal (Hrsg.)

    Die Popkultur und der Staat

    Die Beiträge in diesem Band gehen dem Verhältnis von Popkultur und staatlichen Institutionen nach. Sie zeigen, inwiefern „Pop“ … … ein suventioniertes Kulturgut sein kann … als Instrument der auswärtigen Kulturpolitik fungiert … als Gefahrenquelle erscheint, die polizeilich unter Kontrolle gebracht werden soll …von zivilgesellschaftlichen...