Uwe Heinemann
Stadtgeschichte im Hellenismus
Die lokalhistoriographischen Vorgänger und Vorlagen Memnons von Herakleia
Durch das Exzerpt des Byzantiners Photios ist uns mit Memnon (1./2. Jhdt. n. Chr.) eine bis ins Einzelne vom Geist des Hellenismus geprägte Stadtgeschichte der regional bedeutenden Polis Herakleia am Pontos erhalten geblieben, was umso mehr Beachtung verdient, als wir kein weiteres nennenswertes Zeugnis des einst reichen Genres hellenistischer Lokalhistoriographie besitzen.
In der vorliegenden Arbeit wird besonders die erste Werkhälfte Memnons, die hauptsächlich auf den herakleotischen Politiker und Historiographen Nymphis (3. Jhdt. v. Chr.) zurückgeht, einer eingehenden historisch-philologischen Analyse unterzogen, die es ermöglicht, die Stadt- und Lokalgeschichte dieses namhaften Vorgängers, eines Zeitgenossen der Diadochenkriege, teils bis ins Detail zu rekonstruieren; für Domitios Kallistratos, wohl Fortsetzer des Nymphis im ersten vorchristlichen Jahrhundert, auf den Memnon in der zweiten Werkhälfte zurückgriff, gilt Ähnliches.
Auf diese Weise eröffnet die Arbeit am Beispiel des pontischen Herakleia und seiner großen städtischen Geschichtsschreiber wertvolle, bisher verstellte Einblicke in das Wesen einer für die Antike wichtigen historiographischen, allgemeiner literarischen Form.
Leseproben
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broschiert: 308 Seiten Format: 20,5 x 14,5 ISBN 978-3-8316-0974-1 Erschienen: 24.11.2010 45,00 € (Preisbindung aufgehoben)
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E-Book: 308 Seiten Format: 20,5 x 14,5 ISBN 978-3-8316-0974-1 Erschienen: 24.11.2010 Demnächst als E-Book erhältlich
Auszüge aus Rezensionen
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[…] Heinemann hat in seiner Göttinger Dissertation zwei der wichtigsten Vorgänge und Quellen des Memnon eingehend untersucht: Nymphis, der in der ersten Hälfte des 3. Jh. v. Chr. Wirkte, und Domitios Kallistratos, dessen Werk in der Mitte des 1. vorchristlichen Jahrhunderts entstanden sein muss. […]
Orbis Terrarum, Band 10, 2008–2011