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Melike Nihan Alpargin: Istanbuls theatralische Wendezeit

Melike Nihan Alpargin

Istanbuls theatralische Wendezeit

Die Rezeption des westlichen Theaters im 19. und frühen 20. Jahrhundert des Osmanischen Reiches

„Jedes Mal, wenn ich ins Theater ging und die mit verrosteten Nägeln und morschen Holzdielen errichteten Treppen hinauf schritt, bohrte sich mir das Geknirsche unter meinen Füßen ins Gehirn, und die ständige Angst, auf die in den Logen unter uns sitzenden Menschen zu stürzen, ließ mein Herz erzittern.“
Was wie die Beschreibung des deutschen Theaters des 18. Jahrhunderts klingt, ist in Wahrheit ein treffender Lagebericht zur osmanischen Bühne des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Mit etwa hundert Jahren Verspätung und einem Umweg über den osmanischen Hof gelangte das westliche Theater aus Europa schließlich auch zu den Bürgern der damaligen Hauptstadt Istanbul und erfreute sich bald großer Beliebtheit. Dies konnte allerdings nicht von den oben genannten Mängeln ablenken: Der marode Zustand der Theatergebäude, die mangelhaften Spielbedingungen sowie die dürftig bis gar nicht ausgebildeten Darsteller bildeten die Basis eines vor allem in der Anfangsphase oftmals ungenügenden, aber dafür umso ehrgeizigeren künstlerischen Experiments.

Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 312 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4130-7
    Erschienen: 31.07.2013

    50,00 € (Preisbindung aufgehoben)

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Auszüge aus Rezensionen

  • Der 23. Band der Münchener Universitätsschriften Theaterwisseschaft behandelt, wie die Autorin der Dissertation im Vorwort schreibt, ein »exotisches Thema«. Bei der Lektüre wird jedoch schnell klar, dass die Autorin nicht nur vor Begeisterung für ihr Thema sprüht, sondern auch ein immenses Wissen über ein weites Gebiet interkultureller Theatergeschichte zusammengetragen hat.

    die deutsche bühne (12/13)

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