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Barbara Six: Denkmal und Dynastie

Barbara Six

Denkmal und Dynastie

König Maximilian II. auf dem Weg zu einem Bayerischen Nationalmuseum

Auch mehr als 150 Jahre nach seiner Gründung durch König Maximilian II. ist das Bayerische Nationalmuseum eine geschätzte Institution. Dass jedoch die Inventarisation von Denkmälern des Hauses Wittelsbach im Jahre 1853 eine der Grundlagen des Museums bildet, ist weitgehend unbekannt. Sie war als Materialsammlung für Karl Maria von Aretins Prachtpublikation der »Alterthümer und Kunst-Denkmale des bayerischen Herrscher-Hauses« durchgeführt worden.
Barbara Six verknüpft in ihrer Arbeit Inventarisation, Publikation und Museum und untersucht dabei die (kunst-)historischen und politischen Hintergründe dieses bisher wenig beleuchteten Prozesses: Welche Absichten waren mit der vom König gewünschten Publikation verbunden? Mit welchen Ergebnissen wurde die Erhebung der Denkmäler durchgeführt? Wie brachten sich die neuen bayerischen Landesteile in der Pfalz, in Franken und Schwaben in die Befragung ein? Und wie wurde schließlich diese Auflistung dynastiebezogener Objekte Grundlage für ein bayerisches Nationalmuseum? Die Studie zeigt, wie Gegenstände zu Denkmälern werden konnten und beleuchtet die Besonderheiten der Denkmalpolitik König Maximilians II. im Vergleich mit anderen Staaten und Herrscherhäusern.

  • Hardcover: 600 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4138-3
    Erschienen: 05.11.2012

    39,00 € (Preisbindung aufgehoben)

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Auszüge aus Rezensionen

  • […] Barbara Six verknüpft in ihrer Arbeit Inventarisation, Publikation und Museum und untersucht die kunsthistorischen und politischen Hintergründe. Die Studie beleuchtet dabei auch Besonderheiten der Denkmalpolitik König Maximilians II. im Vergleich mit anderen Staaten und Herrscherhäusern.

    Münchner Kirchenzeitung (09.11.2011)

  • Sie [Barbara Six] bleibt konzentriert am Leitgedanken, dem Weg zur Etablierung eines Museums als wesntlichem »Instrument« im Ringen um politisches Selbstverständnis des Hauses Wittelsbach. Und der Anhang ist eine besondere Fundgrube: Da findet sich tabellarisch die Auflistung der Objekte, die bei der Inventarisierung 1853 zusammenkamen, eine andere Tabelle zeigt, was von diesem Inventar für den Grundstock des Bayerischen Nationalmuseums übernommen wurde.

    Bayerische Staatszeitung (19.07.2013)

  • Die Dissertation machte den wissenschaftlich breiten Ansatz notwendig, den Barbara Six aber nicht […] überstrapaziert. Sie bleibt konzentriert am Leitgedanken, dem Weg zur Etablierung eines Museums als wesentlichem "Instrument" im Ringen um politisches Selbstverständnis des Hauses Wittelsbach.

    Unser Bayern (9/2013)

  • Welche Rolle in diesem Zusammenhang [… dass die Wittelsbacher die »wahren« Herrscher in allen Teilen des Königreichs waren …] einer regelrechten »Denkmalpolitik« zukam, machte Barbara Spix [sic!] zum Gegenstand ihrer Dissertation, die als Buch in der Reihe Miscellanea Bavaria Monacensia veröffentlicht wurde. Wobei der Denkmal-Begriff dem früheren Verständnis nach weiter gefasst ist als heute: Es geht generell um Objekte der Vergangenheit […]

    Unser Bayern (BSZ) (25.09.2013)

  • Die Münchner Dissertation zeigt, wie Max II., seit 1848 bayerischer König, ein Denkmalskult verordnete, um zusammen mit anderen Mitteln ein um die Dynastie zentriertes bayerisches Nationalbewusstsein zu fördern. […] Die Leistung der Arbeit liegt in der eingehenden Beschreibung – ein wertvoller Anhang erfasst und klassifiziert zudem erstmals alle belegten 1853 Objekte – und klaren Analyse des Programms.

    Historische Zeitschrift (298/1)

  • Mit ihrer sehr reichhaltigen, anregenden Studie ist es der Verfasserin gelungen, »die politische Instrumentalisierung von Denkmalforschung für Dynastie und Nation zu analysieren« (S.42) und vor dem Hintergrund ihrer geschichtspolitischen Fragestellung neu aufzuarbeiten. Damit hat sie nicht nur eine profunde Studie zur bayerischen Geschichte des 19. Jahrhunderts vorgelegt, sondern auch einen vorzüglichen Beitrag zur Monarchiegeschichte sowie zur historischen Praxis der Geschichtspolitik in der Zeit vor 1918 .

    Passauer Jahrbuch 2013

  • Auf einer breiten Quellengrundlage basierend erschließt sie [die Dissertation] profund die maximilianeische Kulturpolitik, ist stringent im Aufbau und aussagekräftig in der Thesenbildung wie in der Durchführung. Sie stellt für Arbeiten, die sich mit der monarchischen Identitätsstiftungspolitik im 19. Jahrhundert auseinandersetzen, eine wichtige und weiterführende Arbeit dar.

    Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte (Band 80, Heft 3/2017)

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