Daniel J. Ruhlmann
Das verfassungsrechtliche Erbe des Freistaates Preußen von 1920 in den Landesverfassungen seiner territorialen Nachfolgestaaten in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Landesverfassungen wirken oft selbstverständlich – häufig wird verkannt, wie viel Geschichte in ihnen steckt. Diese Arbeit geht einer einfachen, aber bislang erstaunlich selten konsequent verfolgten Frage nach: Welche Spuren der Verfassung des Freistaates Preußen von 1920 finden sich noch in den Landesverfassungen, die auf preußischem Territorium entstanden sind?
Anhand der Landesverfassungen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen untersucht diese Arbeit in einem strukturierten Vergleich den Umfang, in dem sich preußisches Erbe in ihren Ursprungskodifikationen gehalten hat – wörtlich, begrifflich und inhaltlich. Für Niedersachsen wird dabei die Entwicklung von der vorläufigen zur endgültigen Verfassung gesondert in den Blick genommen. Dabei geht die Arbeit folgenden zentralen Fragen nach: Welche Inhalte, Begriffe, Regelungstechniken und Strukturentscheidungen weisen auf Kontinuitäten zur Verfassung des Freistaates Preußen hin? Wo wurden preußische Modelle übernommen, wo angepasst, wo bewusst ersetzt oder verdrängt? Welche Rolle spielen dabei Entstehungskontexte, verfassunggebende Akteure und die Einbindung in den bundesstaatlichen Kontext des Grundgesetzes?
Die Arbeit verbindet präzise Textanalyse mit verfassungshistorischer Einordnung und schließt eine Forschungslücke: Sie erschließt das preußische Verfassungserbe in zwei zentralen Nachfolgeländern erstmals systematisch und vergleichend – als Schlüssel zum besseren Verständnis des Landesverfassungsrechts und nicht zuletzt der landesverfassungsrechtlichen Identität Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens.
Leseproben
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broschiert: 526 Seiten Format: 20,5 x 14,5 ISBN 978-3-8316-5064-4 Erschienen: 16.06.2026 119,00 €