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Stefanie Graul: Der Anerkennungskonflikt bei den drei Geschlechtern der Binnizá

Stefanie Graul

Der Anerkennungskonflikt bei den drei Geschlechtern der Binnizá

eine ethnopsychoanalytische Studie

Bei den Binnizá, den isthmischen Zapoteken, handelt es sich um ein indigenes Volk im Süden Mexikos mit drei sozialen Geschlechtern – Frauen, Muxe’ und Männern. Sie sind eine moderne, urbane Kultur, die ihre eigenen auffallenden Traditionen bewahrt hat, was eine Reihe mythisierender Vorurteile generiert. Die Autorin dekonstruiert daher zunächst Genese und Funktion des Matriarchatsmythos. Dann geht sie auf die lebensgeschichtliche Entwicklung der spannungsreichen Beziehungen dieser drei Geschlechter anhand psychoanalytischer Intersubjektivitätstheorie ein. Das spezifische frühkindliche und ödipale Setting sowie eine informelle Initiation in der Adoleszenz, wie der Rapto – die manuelle Defloration der Braut – oder die sexuelle Initiation der Jungen durch Muxe’, werden erläutert. Denn neben Frauen und Männern bestimmen die Muxe’, effeminierte Männer, den sozialen Alltag; durch ihre Allianz mit den Müttern und erotischen Beziehungen zu den Männern beruhigen und befeuern sie die konfliktiven heterosexuellen Beziehungen der Binnizá zugleich. Ihre traditionelle Rolle sowie die hybridisierenden, durch westliche Gay-Bewegungen und Massenmedien ausgelösten Veränderungen werden in Folge dargestellt. Weiter wird die legendäre Figur des Taganero, der kulturelle Topos der weiblichen Verräterin, das erwachsene Beziehungsgeschehen sowie die opulente Festkultur einschließlich der handbestickten Tracht der Binnizá behandelt.

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Leseproben

Inhaltsverzeichnis und Einleitung (pdf)

  • broschiert: 388 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-4630-2
    Erschienen: 24.07.2017

    54,00 €

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  • Ebook (PDF): 388 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-7330-8
    Erschienen: 30.08.2017

    37,99 €

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Über den Autor

Stefanie Graul, Dr. phil., arbeitet als Fotografin und ist promovierte Philosophin. Heute beschäftigt sie sich mit psychoanalytischer Geschlechterforschung, insbesondere geschlechterspezifischen Körperbildern in der Fotografie. Seit fast dreißig Jahren fotografiert und forscht sie in Oaxaca, Mexiko.

Auszüge aus Rezensionen

  • Insgesamt bietet die vorliegende empirische Studie sehr informative Einblicke in eine für Europäer/-innen relativ fremde Kultur, die zur Hinterfragung sowie Reflexion der eigenen Genderkonstruktion anregt. Die vielen, häufigen sogar in Farbe abgedruckten Fotografien, veranschaulichen die drei Geschlechter der Binnizá samt ihrer Bräuche sowie Kultur sehr eindrucksvoll und runden das sehr lesenswerte Buch ab.

    PD Dr, phil.habil. Andrea Christine Schmid

  • […] bietet Grauls Buch viele bemerkenswerte Einzelheiten, vor allem zu den Geschlechterrollen »Mayate«, »Muxe«, »Taganero« und »Nguiiu«.
    […] Diese kurzen Ausführungen dürften hinreichend zeigen, dass es sich für den Leser, der an Geschlechterbeziehungen interessiert ist, lohnt, Grauls Ethnografie basierte Studie zur Kenntnis zu nehmen.

    Anthropos (1/2018)

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