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Andreas Schmidt (Hrsg.): Færeyinga saga

Andreas Schmidt (Hrsg.)

Færeyinga saga

Die Geschichte der Leute auf den Färöern

Die Saga über die Leute auf den Färöern ist eine eigenwillige Erzählung. Als einziger vormoderner Text beschreibt sie das Leben und die Geschichte der Bewohner dieses kleinen nordatlantischen Archipels in Islands Nachbarschaft, ganz nach dem Bilde der Gattung der Isländersagas als Konflikt machtvoller, miteinander verwandter Großbauern. Dabei ist sie eine Geschichte, die für Freunde der isländischen Erzählkunst kaum etwas vermissen lässt: Intrigen, Hinterlist und kalkulierte politische Manöver finden sich in ihr neben abenteuerlichen Wikingerschlachten und bedingungsloser Heldentreue. Die Christianisierung des Nordens unter den großen Königen Olaf Tryggvason und Olaf Haraldsson thematisiert sie ebenso wie Magie und Totenbeschwörung, bemerkenswert starke Frauenfiguren und einen noblen Geächteten. Dabei ist ihre Erzähltechnik so kunstvoll gehalten, dass sie den Vergleich zu keinem großen Werk der Literatur des isländischen Mittelalters zu scheuen braucht, zumal sie die Primärquelle für ein so einzigartiges Thema wie die wikingerzeitliche Geschichte der Färöer darstellt.
Diese eigene Welt des Textes macht die hier vorgelegte Übersetzung in ihrer Tiefe in deutscher Sprache erfahrbar, die erstmals eine vollständige Übertragung des gesamten überlieferten Materials enthält, einschließlich der von der Haupthandschrift, der großen spätmittelalterlichen „Flateyjarbók“, abweichenden Textredaktionen. Begleitet wird die Übersetzung durch umfangreiche Stellenkommentare, die auch historisches Kontextwissen bereitstellen, sowie begleitende Vor- und Nachworte, die die Saga gemäß ihrer Erforschung aufschlüsseln und literatur- und rezeptionsgeschichtlich sowie narratologisch kontextualisieren.

  • broschiert: 394 Seiten
    Format: 20,5 x 14,5
    ISBN 978-3-8316-5086-6
    Erschienen: 16.06.2026

    94,00 €

Über den Autor

Andreas Schmidt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nordische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort wurde er auch 2018 mit einer narratologischen Studie zur „Færeyinga saga“ promoviert. Er forscht und lehrt vor allem zur Sagaliteratur und ihrer ambigen Erzähltechnik, für die diese Saga ein Musterbeispiel darstellt. Außerdem interessiert er sich besonders für die Rezeption altnordischer Stoffe in der Populärkultur und natürlich die Färöer, ihre Geschichte, Literatur und Kultur.

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