Isabel von Bredow-Klaus
Heilsrahmen
Spirituelle Wallfahrt und Augentrug in der flämischen Buchmalerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit
In einigen Stundenbüchern lassen sich eingenähte metallene Pilgerzeichen oder auch deren illusionistisch gemalte Abbildungen finden. Pilgerzeichen wurden von 1480–1530 in Stundenbücher, die eines der wichtigsten Andachtsmedien des Mittelalters darstellen, eingebracht. Dabei fokussieren sich volkskundliche, frömmigkeits- und kunstgeschichtliche Fragen nach der Beziehung zwischen diesen Objekten in realer und gemalter Form. Von Bedeutung ist hier neben Aspekten des Illusionismus in der Malerei und der Mimetik die künstlerische Experimentierfreudigkeit des Malers. In Spannung zu dieser Wertigkeit des Bildes als Kunststück treten bildmagische Komponenten – etwa die Realpräsenz des Heiligen in seinen Bildern –, die sich auch im Bildgebrauch der höfischen und bürgerlichen Hochkultur Flandern finden lassen. Die materiell greifbare Heilsversicherung der Devotionalie wird auf der Seite eines Andachtsbuches mit dem zweiten Weg der Heilserlangung, der Andacht und geistigen »Wallfahrt«, konfrontiert und bildet mit ihr zusammen einen Heilskorpus. Die bildgeschichtliche Analyse wird ergänzt durch einen Katalog der Handschriften, die Pilgerzeichen in eingenähter oder in gemalter Form enthalten.
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broschiert: 388 Seiten Format: 20,5 x 14,5 ISBN 978-3-8316-0797-6 Erschienen: 01.01.2008 64,00 €
vergriffen – Neuauflage erhältlich: ISBN 978-3-8316-0883-6
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E-Book: 388 Seiten Format: 20,5 x 14,5 ISBN 978-3-8316-0797-6 Erschienen: 01.01.2008 Demnächst als E-Book erhältlich
Auszüge aus Rezensionen
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Isabel von Bredow-Klaus präsentiert in ihrer Studie aufschlussreiches Material für einen Vergleich von realen und gemalten Pilgerzeichenkollektionen, das durch einen ausführlich bebilderten Katalog am Ende des Buches auch für weitere Forschungen zugänglich gemacht wird. Das Vorhaben, eine bestimmte Bildgattung spätmittelalterlicher Stundenbücher aus einer interdisziplinären, nicht nur kunstwissenschaftlich, sondern auch volkskundlich und religionsgeschichtlich informierten Perspektive zu untersuchen, ist sinnvoll und begrüßenswert.
sehepunkte 8 (2008), Nr. 2, http://www.sehepunkte.de/2008/02/9880.html